Body Fiction – Die Zukunft des menschlichen Körpers

Ein Film über Körpergefühl in Zeiten von virtual reality und neusten technologischen Entwicklungen von Florian von Stetten und Annette Brüggemann.

Kaufen und Verkaufen ist der Kreislauf, in dem wir uns bewegen. Wir sollen schnell und flexibel sein, immer bereit die Richtung zu wechseln. Der Markt richtet hohe Erwartungen auch an unsere Körper. "Es ist ein Traum des Finanzkapitals, dass der soziale Körper genauso schnell wird wie das Geld." (Camille de Toledo)

Wie leben und bewegen sich Jugendliche in einer Welt, die von virtuellen Medien und den Gesetzen des Marktes dominiert wird? Sie treiben experimentelle Sportarten, springen über Betonmauern, tanzen in Schulhallen, üben sich in keuschen Umarmungen ebenso wie in Sexiness. Sie surfen zwischen anonymer Kommunikation und virtuellem Doppelleben, machen sich japanische Mangacomic-Figuren körperlich zu Eigen oder ziehen sich elektronisch empfindsame T-Shirts an, deren Sensoren jede Berührung registrieren und mit dem sie per SMS eine Umarmung an einen anderen senden können, dessen T-Shirt die Berührung empfängt. Damit das Virtuelle wieder real wird.

In "Body Fiction" erkunden die Filmemacher Annette Brüggemann und Florian von Stetten die Sehnsüchte einer widersprüchlichen und in ihrer Vielfalt faszinierenden Jugendkultur, die zwischen der Sehnsucht nach Freiheit und der nach Geborgenheit pendelt. Die Dokumentation unternimmt einen Streifzug durch Körperszenarien zwischen Anpassung und Widerstand, Realität und Fiktion. Zu Wort kommen u.a. der französische Philosoph Camille de Toledo, die deutsche Autorin Ariadne von Schirach und der Schweizer Kunst- und Medienwissenschaftler Luca di Blasi.

Dokumentar
56 Minuten
Regie
Annette Brüggemann, Florian von Stetten
Drehbuch
Florian von Stetten, Annette Brüggemann
Produktion
Gerd Haag, Anahita Nazemi
Producer
Kerstin Krieg
Kamera
Boscher Nils Theodor
Ton
Guy Mertin, York Massur
Herstellungsleitung
Cornelia Kellers
Redaktion
Kathrin Brinkmann (ZDF/ARTE)