Klima Konkret – Von Kyoto nach Grindelwald

Wie Menschen schon jetzt die Folgen des Klimawandels erleben. Ein Dokumentarfilm von Udo Vieth.

Klimawandel ist die globale Herausforderung unserer Zeit. Die Erwärmung des Klimas ist an vielen Orten messbar, an manchen auch schon spürbar. Sowohl internationale Entwicklungen auf wissenschaftlicher und politischer Ebene, als auch konkrete Veränderungen in der Schweizer Alpengemeinde Grindelwald machen klar: Wir müssen uns mit den Veränderungen unseres Klimas bewusst auseinandersetzen. Dazu sollten wir wissen, warum Wissenschaftler darüber streiten, warum Klimakonferenzen nur schwer zu Einigungen finden und wie man letztendlich konstruktiv mit dem Klimawandel umgehen kann.

In einigen Gebieten unserer Erde ist er bereits da, in anderen lässt er sich erahnen und in einigen Jahren wird er uns vermutlich alle erreicht haben: Der Klimawandel. Spätestens seit dem gescheiterten UN-Klimagipfel in Kopenhagen ist klar, dass es keine verbindliche und gemeinsame Antwort und schon gar keine Gegenstrategie der internationalen Staatengemeinschaft auf diese weltweite Herausforderung gibt. Zu unterschiedlich sind die politischen und wirtschaftlichen Interessen der wichtigsten Staaten. Die unterschiedlichen Positionen der Länder basieren auf den großen Unsicherheiten, die sich rund um den Klimawandel entspinnen, und der Uneinigkeit der Wissenschaft bezüglich der Ursachen und wie diesen zu begegnen ist.

Die Dokumentation KLIMAWANDEL KONKRET gibt einen Überblick zum Stand der Dinge in der Klimaforschung und den damit zusammenhängenden, politischen Entwicklungen. Durch das komplexe Konstrukt „Klimawandel“ wird uns Prof. Björn Stevens, Leiter der Abteilung „Atmosphäre im Erdsystem“ am Max-PIanck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg und einer der international führenden Klimaforscher, leiten. Mit ihm werden wir Ergebnisse der Kopenhagener Konferenz im Dezember 2009 (und der Nachfolgekonferenzen vorauss. in Acapulco Dez. 2010) auswerten und den aktuellen Stand der Dinge zusammenfassen. Was ist eigentlich sicher und international anerkannt in der Klimaforschung? Wie kommt es zu den zum Teil sich widersprechenden Theorien verschiedener Forschungseinrichtungen? Was sind die Voraussetzungen für zuverlässige Prognosen? Wie sind die Chancen, ein Nachfolgeregime für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll – das ist bislang das einzige völkerrechtlich verbindliche Instrument der Klimaschutzpolitik – zu entwickeln?

Stevens aktuelles Forschungsprojekt über die Wechselwirkungen zwischen Aerosolen, Wolken, Niederschlag und Klima auf Barbados und deren Auswirkungen auf das Erdklima gibt einen Einblick in aktuelle Klima-Forschungsarbeiten und vermittelt einen Eindruck von der großen Komplexität dieses Forschungsgebiets sowie den Schwierigkeiten, vor denen die Wissenschaftler weltweit stehen: Die Herausforderung besteht darin, wesentliche Prozesse, die dem Klimawandel zu Grunde liegen, zu verstehen, um dann im zweiten Schritt verlässliche Modelle und Prognosen zu entwickeln.

Während auf Barbardos geforscht und auf Konferenzen und Gipfeln diskutiert wird, muss die Gemeinde Grindelwald in der Schweiz schon handeln. Wegrutschende Berggasthöfe, einstürzende Felsformationen und Überflutungen sind nicht nur hypothetische Bedrohungen, sondern bereits eingetretene Folgen von Klimaveränderungen in den Alpen. Mit diesen akuten Gefahren ist die kleine Tal-Gemeinde am Fuße der berühmt-berüchtigten Eiger-Nordwand konfrontiert. Die Grindelwalder müssen bereits jetzt auf den Klimawandel reagieren. Wie genau sie mit diesen Herausforderungen umgehen und im besten Fall sogar einen Nutzen aus den Veränderungen vor Ort ziehen, ist die Klammer des Films.

Dokumentar
43 Minuten
Regie
Udo Vieth
Drehbuch
Udo Vieth
Produktion
Gerd Haag
Producer
Kerstin Krieg
Kamera
Thomas Kutschker
Schnitt
Volker Gehrke
Ton
Michael Haas
Herstellungsleitung
Cornelia Kellers
Redaktion
Kathrin Brinkmann (ZDF/ARTE)