Brasch – Das Wünschen und das Fürchten

Ein essayistischer Dokumentarfilm von Christoph Rüter über den Dichter, Schriftsteller und Filmemacher Thomas Brasch

Am 3. November 2001 verstarb mit 56 Jahren der Dichter Thomas Brasch. Wie kaum ein anderer Schriftsteller seiner Zeit balancierte er auf einem dünnen Seil zwischen der DDR und der BRD, zwischen Geschichte und Gegenwart. Er störte und verstörte alles und jeden; niemand und nichts war vor ihm sicher, sein Lebensgefühl die Auflehnung. Zuerst widersetzte er sich der staatstragenden Vätergeneration in der DDR und dann, im anderen Teil Deutschlands, jeder Form von Autorität. "Künstler oder Krimineller", das war seine Devise. Sein Zentrum war seine Arbeit; als er nicht mehr arbeiten wollte/konnte, ging er. Nicht ganz freiwillig.

Zu denen, die Thomas Brasch vermissen, gehört der Dokumentarfilmer Christoph Rüter, aufgewachsen im Westen und langjähriger Freund bis zu seinem Tod. Ihm fehlt Thomas als der Dichter des Widerspruchs, als Erbe und Opfer des dialektischen Prinzips und als Freund.

Hinterlassen hat Brasch 27 DV-Kassetten, viele davon selbst bespielt mit Aufnahmen von sich, seinem Umfeld, Dingen, die ihn beschäftigten - in unterschiedlichsten Momenten seines Lebens, völlig ungeschminkt.

Dieser Film ist ein persönlicher, ehrlicher und künstlerischer Nachruf von Christoph Rüter auf seinen Freund Thomas Brasch. Durch den glücklichen Umstand des von Brasch gedrehten Filmmaterials kann Rüter seine Gefühle in Bildern formulieren und mit Texten von Brasch anreichern. Eine einmalige Chance, einen Menschen mit seinen eigenen Sichten und Einsichten zum Leben zu erwecken.
 

Berlinale 2011
Teilnahme am 26. Internationalen Dokumentarfilmfestival München
Nominierung für den BLM Filmpreis 2011
Dokumentar
90 Minuten
Regie
Christoph Rüter
Drehbuch
Christoph Rüter
Produktion
Gerd Haag
Co-Produktion
Christoph Rüter
Kamera
Patrick Popow
Schnitt
Rune Schweitzer
Herstellungsleitung
Cornelia Kellers
Redaktion
Jürgen Heimbach (3SAT)
Förderung
BKM, Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmstiftung NRW