Dokumentarfilm52 Minuten2017

Drehbuch & RegieKatja Duregger

SchnittMichael Wende

KameraKlaus Sturm

TonLenin De Los Reyes, Manuel Ernst

MusikFabian Berghofer

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

RedaktionSabine Rollberg (WDR/arte)

EGOnomics

Ein Dokumentarfilm von Katja Duregger im Rahmen des arte-Themas »Chefsachen«. Mit Grafiken und Animationen von Andreea und Michael Wende

Über Chefs kann jeder was erzählen, denn fast jeder hat einen. Meistens ist es nichts Gutes: Machtbesessen, rücksichtslos, nur auf den eigenen Vorteil bedacht und manchmal auch noch inkompetent – so wirken sie auf uns, jedenfalls die meisten. Sie haben Konzerne in die Insolvenz gesteuert, Mitarbeiter entlassen und Banken ruiniert. Und tatsächlich: Die Krise der globalen Wirtschaft ist nicht nur eine Krise des Wirtschaftswachstums, sondern auch der Ethik und der Moral.

EGOnomics nähert sich dem Thema Führungskräfte analytisch und geht vor allem drei Fragen nach:

• Sind viele Menschen in Führungspositionen tatsächlich ich-bezogene Psychopathen, Narzissten ohne jedes Verantwortungsgefühl?
• Lässt sich im globalen Wettbewerb ein Unternehmen überhaupt ohne ein gewisses Maß an Rücksichtslosigkeit, Selbstüberschätzung und Risikobereitschaft wirtschaftlich erfolgreich führen?
• Und nicht zuletzt: Sind die Chefs, die wir haben, nicht einfach ein Spiegel unserer Gesellschaft? Müssen also wir alle umdenken, wenn wir andere Chefs wollen?

Sendetermin: 28. März 2017, 22.00 Uhr auf arte

Dokumentarfilm52 Minuten2017

Drehbuch & RegieKatja Duregger

SchnittVolker Gehrke

KameraKlaus Sturm, Henrie-McCrea

TonAustin Moore

MusikPablo Paredes

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

RedaktionHarald Letfuß (SWR/arte)

Pure Love ‐ The Voice of Ella Fitzgerald

Ein Film von Katja Duregger

Ella Fitzgeralds Stimme ist ein Phänomen und bis heute unerreicht. Sie hatte eine perfekte Intonation, ihre Stimme umfasste drei Oktaven, sie hatte eine scheinbare Mühelosigkeit in der Phrasierung und die Momente, in denen sie mal nicht den richtigen Ton traf, kann man in ihrer fast 50 Jahre währenden Karriere wohl an einer Hand ablesen.

Es gibt nahezu keinen Musik-Stil, in dem sie nicht brillieren konnte und ihre zahlreichen, heute legendären »Great American Songbook«-Einspielungen von US-amerikanischen Komponisten wie George und Ira Gershwin, Harald Arlen, Cole Porter oder Duke Ellington u.a., haben für Generationen von SängerInnen Maßstäbe bezüglich der »richtigen« Interpretation der Songs gesetzt. Ira Gershwin soll gesagt haben: »Ich wusste gar nicht, wie gut unsere Songs sind, bis Ella sie gesungen hat.« Sie wurde »The First Lady of Jazz« oder »The First Lady of Song« genannt.

In dieser Dokumentarfilm soll das Geheimnis von Ella Fitzgeralds Stimme durch Aussagen von SängerInnen wie Dianne Reeves, Dee Dee Bridgewater oder Theo Bleckmann, der Schlagzeugerin und Produzentin Terri Lyne Carrington, der Geigerin Regina Carter, dem Norman Granz-Biografen Tad Hershorn, dem berühmten Jazzkritiker Will Friedwald oder Ellas Biografin Judith Tick, enträtselt werden. Über ihre Stimme erfahren wir etwas über ihr Leben und versuchen herauszufinden, wie Ella über so viele Jahrzehnte die Menschen auf der ganzen Welt mit ihrer Stimme so tief berühren konnte.

Sendetermine:
16. April 2017, 23.05 Uhr auf arte
10. September 2017, 9.50 Uhr auf SWR

Spielfilm90 Minuten2016

RegieHermine Huntgeburth

DrehbuchVolker Einrauch

SchnittUta Schmidt

KameraSebastian Edschmid

TonSylvain Remy

MusikAndreas Schäfer

AusstattungBettina Schmidt, Oliver Koch

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

Co-ProduktionWDR, DEGETO Film

RedaktionSophie Seitz

FörderungFilm- und Medien­stiftung NRW

Aufbruch

Ein Film von Hermine Huntgeburth nach dem Roman von Ulla Hahn

Teufelsbraten, der Zweiteiler nach Ulla Hahns autobiografisch geprägten Roman: Das verborgene Wort, wurde nach seiner Ausstrahlung im Jahr 2007 unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Nun folgt die Fortsetzung: Aufbruch basiert auf dem gleichnamigen Folgeroman der gefeierten Schriftstellerin und erzählt von dem leidvollen Kampf der Hilla Palm um Selbständigkeit und Bildung im Deutschland der frühen 60er Jahre.

Hilla hat es geschafft: Weil die Pfarrei für ihr Schulgeld aufkommt, darf sie das Aufbaugymnasium besuchen und Abitur machen. Doch ihre Familie beäugt die Liebe Hillas zur Sprache, zu Büchern und zur Bildung skeptisch. Ihr Vater ist einfacher Arbeiter, ihre Mutter arbeitet als Putzfrau, die Großmutter hilft im Haushalt. Hilla, die als einzige in der Familie Hochdeutsch gelernt hat, wirkt in dieser bildungsfernen Welt wie ein Fremdkörper. Was will das Mädchen mit dem Abitur? Im Deutschland der frühen 60er Jahre soll eine junge Frau eine Familie gründen, alles andere sind nur Flausen. Doch mit dem Pastor ihrer Gemeinde hat Hilla einen starken Fürsprecher, der ihr sogar ein Stipendium für ein Studium in Aussicht stellt.

Im Gymnasium ist sie erst einmal Außenseiterin. Nicht nur ihre ärmliche Kleidung, auch ihr Ehrgeiz und ihre Belesenheit sind den anderen zunächst suspekt. Wirklich Zuhause fühlt Hilla sich in der Buchhandlung von Julius Buche, wo sie sich mit der geliebten Literatur eindeckt – sofern sie sie sich leisten kann. Dort lernt sie auch einen jungen Mann kennen, Godehard van Keuken, Geologie-Student und Spross einer reichen Familie. Die beiden kommen sich näher, und Godehard öffnet ihr die Tür zu einer neuen Welt. Doch kann das gut gehen: sie, das arme Mädchen, und er, der reiche Fabrikantensohn? Eine andere wichtige Person in Hillas Leben wird ihre Mitschülerin Monika Blumental, ein wildes, schönes Mädchen mit wohlhabenden Eltern, mit der Hilla Freundschaft schließt. Doch auch hier wird sie aufgerieben zwischen den Zwängen und Einschränkungen ihrer Herkunft und dem, was sein könnte. Hilla muss sehr für ihren Weg kämpfen, für ihre Sehnsucht nach freiem Denken inmitten der Begrenztheit der Adenauer-Zeit. Denn ihr Ziel, einmal ein selbstbestimmtes Leben als Schriftstellerin zu führen, passt so gar nicht zu dem, was ihre Eltern und die Männer von ihr erwarten. Der Rettungsanker bleibt das Stipendium fürs Studium, das sie jedoch nur bekommt, wenn sie ihre Schwierigkeiten in Mathematik überwindet. Doch als Hilla Opfer einer Gewalttat wird, droht das Erlebte ihre Zukunftspläne zunichte zu machen.

Dokumentarfilm91 Minuten2015

RegieRokhsareh Ghaem Maghami

SchnittRune Schweitzer

KameraBehrouz Badrouj, Ali Mohammad Ghasemi, Mohammad Haddadi, Arastoo Givi, Torben Bernard, Parviz Arefi, Ala Mohseni

MusikMoritz Denis

ProducerKerstin Krieg

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

Co-ProduktionAline Schmid (Intermezzo Films/CH), Rokhsareh Ghaem Maghami (IRAN)

RedaktionClaudia Cellarius (NDR/arte)

FörderungBKM, Film- und Medien­stiftung NRW, Bundesamt für Kultur (EDI), Cinéforom et Loterie Romande, Chicken & Egg Pictures, IDFA Bertha Fund

SONITA

Ein Kinodokumentarfilm von Rokhsareh Ghaem Maghami

SONITA feiert seine Welturaufführung auf der IDFA, als einziger majoritärer deutscher Beitrag im internationalen Wettbewerb. Außerdem ist SONITA im Rahmen der IDFA für den Alliance of Women Film Journalists EDA Award nominiert, gehört zur DOC U Selection und ist einer von 10 speziell ausgewählten Beiträgen der Festivaldirektorin Ally Derks, die in einem zusätzlichen Screening in Vlieland im Dezember gezeigt werden.

Sonita ist 19 Jahre und stammt aus Afghanistan. Sie lebt als illegale Migrantin im Iran – ohne Rechte, offizielle Schulbildung und Papiere. Doch Sonita hat Talent: Als erste afghanische Rapperin erzählt sie ihre Geschichte, die kein Einzelfall ist. So hofft sie, dem Vorhaben ihrer Familie zu entkommen: Die plant, sie für 9.000 $ an einen unbekannten Ehemann zu verkaufen.

Sundance 2016: Publikumspreis und Preis der Grand Jury
IDFA 2015: Publikumspreis und Preis der Jugendjury

Dokumentarfilm58 Minuten2015

Drehbuch & RegieSabrina Dittus

SchnittChristopher Kaps

KameraVita Spiess

TonIssa Qumsyah, Ahmed Al Mashharawi

MusikSpringintgut

ProducerKerstin Krieg, Salim Abu Jamal, Moheeb Shaath

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

Co-ProduktionSabrina Dittus (PEPPERLINT)

RedaktionMartin Pieper, Türkan Schirmer (ZDF/ARTE), Margje de Koning, Barbara Wiessing (IKON), Tore Tomter (NRK), Muhammad Refaat (Aljazeera Documentary Channel)

FörderungBrot für die Welt –Evangelischer Entwicklungs­dienst

Milliarden für den Stillstand – Die Rolle der EU im Nah-Ost-Konflikt

Ein Film von Sabrina Dittus

In den vergangenen 22 Jahren, seit den beiden Osloabkommen von 1993 und 1995, sind über 25 Milliarden US-Dollar in die besetzten palästinensischen Gebiete geflossen, das zählt zu den höchsten Pro-Kopf-Hilfe-Einkommen weltweit. Traditionell größter Geber ist die EU. Ihr Zweck: Aufbau eines unabhängigen demokratischen Staates Palästina, der Seite an Seite und in Frieden mit Israel existiert, dauerhafter Frieden und nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung.

Die Bilanz nach 22 Jahren ist vernichtend. Ein Staat Palästina ist ferner denn je, und die Situation in den besetzten Gebieten in vielerlei Hinsicht schlechter als vor Oslo. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, die Arbeitslosigkeit liegt bei 25%. Und nur 18% des Westjordanlandes stehen heute unter alleiniger palästinensischer Kontrolle. Und die den Palästinensern zur Verfügung stehenden Wasserressourcen sind heute nicht größer, sondern weitaus geringer als vor Oslo. Trotz Milliarden Gebergeldern, die in den Wassersektor geflossen sind.

Nach 22 Jahren ist die Besatzung nicht beendet, sondern verhärtet, und das nicht trotz, sondern mit Hilfe der Geber, sagen Kritiker.

Unser Film untersucht Geberpolitik und Hilfsprojekte und fragt nach der Rolle der EU in Nah-Ost. „Payer, no player“, Geldgeber, aber kein politischer Akteur, das ist mittlerweile ein geflügeltes Wort in den besetzten palästinensischen Gebieten, auch innerhalb diplomatischer Kreise.

„Setzt der europäischen Heuchelei ein Ende“, fordert der ehemalige EU-Sonderbeauftragte für den Nah-Ost-Friedensprozess, Miguel Ángel Moratinos. Ansonsten haben wir sehr bald die große Chance auf Frieden verpasst.

Dokumentarfilm86 Minuten2014

Drehbuch & RegieAndrei Schwartz

SchnittRune Schweitzer, Severin Renke

KameraSusanne Schüle

TonMarin Cazacu, Dinu Constantin, Severin Renke

ProducerKerstin Krieg

Herstellungs­leitungCornelia Kellers, Bogdan Craciun (Rumänien)

ProduktionGerd Haag

Co-ProduktionTudor Giurgiu (LIBRA Film, Rumänien)

FörderungFilm- und Medien­stiftung NRW, Hamburg Schleswig-Holstein, BKM, MEDIA

Himmelverbot

Eine deutsche-rumänische Co-Produktion von Autor und Filmemacher Andrei Schwartz

Der Regisseur Andrei Schwartz lernte seinen Protagonisten Gavriel Hrieb vor zehn Jahren während der Dreharbeiten zu Jailbirds - Geschlossene Gesellschaft (2005, 90 Min.), einem Dokumentarfilm über das rumänischen Hochsicherheitsgefängnis Rahova, kennen. Gavriel Hrieb saß damals lebenslänglich wegen eines Doppelmords. Acht Jahre später wird er, nach 21 Jahren Haft, auf Bewährung entlassen. Diese Maßnahme wird erst seit ein paar Jahren in Rumänien angewendet und ist eine direkte Folge der Aufnahme des Landes in die EU. Nur wenige Lebenslängliche konnten bislang davon profitieren.

Am Anfang von Himmelverbot steht die Entscheidung des Bewährungsausschusses. Das Filmteam begleitet Gavriel die ersten zwei Jahre nach seiner Freilassung. Als Gavriel durch das Gefängnistor tritt, hat er knapp zehn Euro bei sich, einen abgelaufenen Personalausweis und keinen blassen Schimmer, wie die Rückkehr in ein Land, das er praktisch nur noch aus dem Fernseher kennt, aussieht. Dem Entlassenen stehen weder soziale Einrichtungen noch Bewährungshelfer zur Seite. Nur seine überforderte Mutter und lange verdrängte Konflikte warten auf ihn.

Nach der anfänglichen Euphorie gerät er immer mehr in eine Sackgasse: er findet weder Arbeit noch einen Platz, wo er nach eigenem Gutdünken leben kann. Nicht nur einmal denkt er: Wäre ich doch lieber im Knast geblieben! Aber aufgeben will er nicht. Hinter seinem Chaplin-Lächeln verbergen sich noch allzu viel Lebenswille und unerfüllte Träume und eine gehörige Portion Chuzpe dazu. Jetzt will er sein Glück in Deutschland versuchen.

Himmelverbot ist nicht nur das Portrait eines zwiespältigen Menschen und dessen Versuch, auf anständige Weise zu Überleben und mit sich selbst und der untilgbaren Schuld, zwei Menschen getötet zu haben, weiterzuleben. Der Film ist auch die Reflexion über die intensive und konfliktbeladene Beziehung zwischen dem Regisseur und seinem Protagonist sowie eine Parabel auf den Drahtseilakt, den Rumänien auf dem Weg in ein wirtschaftsgebeuteltes Europa gehen muss.

Dokumentarfilm98 Minuten2014

RegieStanislaw Mucha

SchnittHanka Knipper

KameraAndrzej Król

TonUlla Kösterke, Felix Andriessens

MusikEike Hosenfeld, Moritz Denis, Tim Stanzel

ProducerKerstin Krieg

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

RedaktionDr. Lili Kobbe (HR/arte)

FörderungFilm- und Medien­stiftung NRW, BKM, Film­förderung Hessen, DFFF, Robert Bosch Stiftung

Tristia

Ein Kinodokumentarfilm von Stanislaw Mucha

Einmal um das Schwarze Meer, das unbekannte und sagenumwobene Gewässer. Stanislaw Muchas Odyssee führt durch sieben Länder: dort, wo die Grenze zwischen Asien und Europa verläuft und Zivilisation und Barbarei ihren Ursprung haben. Faszinierend schöne Küstengebiete, romantische Steilklippen und malerische Hafenstädte prallen auf kunterbunte Multikultur, postkommunistische Gespenster, die Verführungen des Kapitalismus und aktuelle Kriegsschauplätze.

Die muntere Reise führt über 5.000 Kilometer an der Schwarzmeerküste entlang. Zwischen Krim und Kaukasus, türkischer Nordküste und Donaudelta erstrecken sich Landschaften, deren Zauber und Zerstörtheit gleichermaßen einmalig ist. Der Film fängt die Kollision von mythischen Bildern, in denen die Zeit stehengeblieben scheint, mit dem rasanten, multikulturellen Wandel von postkommunistischen Ideen zu kapitalistischen Versuchungen ein.

Mit seinem humorvoll-spitzbübischen Blick hat sich Stanislaw Mucha aufgemacht, um eine Region Europas zu entdecken, die uns bisher verborgen blieb. Seine Spürnase für skurrile Menschen und absurde Momente hat einen melancholisch-unterhaltsamen und auf erstaunliche Weise bezaubernden Film entstehen lassen.

Sendetermin: 8. Juni 2017, 23.15 Uhr auf hr-Fernsehen

Dokumentarfilm84/52 Minuten2014

RegieKiki Allgeier

SchnittGesa Marten

KameraKiki Allgeier

MusikMasami Tomihisa, Andreas Björck

ProducerKerstin Krieg, Eun-Zi Kim

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

Co-ProduktionFrank Stephan Limbach (FSL Filmproduktion)

RedaktionKathrin Brinkmann (ZDF/arte)

FörderungFilm- und Medien­stiftung NRW, BKM, Hessische Film­förderung, DFFF

FEMMEfille

Ein Kinodokumentarfilm von Kiki Allgeier

FEMMEfille erforscht die Geschichte von Isabelle Caro, die im Jahr 2007 als selbsternanntes »Vorzeigekind für Anorexie« für Aufsehen sorgte, als sie sich nackt mit nur 32 Kilo Körpergewicht für die »No-Anorexia«-Kampagne des italienischen Fotografen Oliviero Toscani abbilden lässt.

Auf den Leinwänden der Stadt Mailand und medial weltweit erschrecken ihre ausgemergelten Konturen. Die Weltpresse ist fasziniert von diesem selbstzerstörerischen Exhibitionismus, die Bilder verbreiten sich in Windeseile auf diversen Plattformen und Medien. Gleichzeitig trifft die Kampagne auf harte Kritik, auch aus Angst, die Bilder könnten, anstatt abzuschrecken, jungen Frauen als Inspiration dienen. So werden die Poster nach wenigen Tagen wieder entfernt - jedenfalls von Mailands Leinwänden, nicht aber aus dem Netz oder aus den Köpfen.

Was beibt, ist Isabelles Erkenntnis über die Macht ihrer Zerbrechlichkeit, die sie fortan nutzt, um die Medien für ihre Sache einzusetzen. Doch was genau war ihre Sache? Was war ihre Motivation? Was trieb diese Frau in ihrem Zustand an?

Dokumentarfilm85 Minuten2011

Drehbuch & RegieDiana Näcke

SchnittInge Schneider

KameraDiana Näcke, Susanne Schüle, Roger von Heereman

TonYannic Hermannsdörfer

MusikBruder & Kronstädta, Justine Electra, Masha Qrella

ProducerKerstin Krieg

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

RedaktionMilena Bonse (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)

FörderungFilm­stiftung NRW, DFFF

Meine Freiheit, deine Freiheit

Ein Kinodokumentarfilm von Diana Näcke. Das kleine Fernsehspiel (ZDF) präsentiert »100% Frauen«

Kübra ist eine Heimsuchung. Sie, die einzige weibliche Intensivstraftäterin Berlins, hat bereits mit 14 Jahren gequält und gehasst. Aber eigentlich sehnt sie sich danach ein einfaches Mädchen zu sein, das man in den Arm nimmt und liebevoll hin und her wiegt. Mit ihr begeben wir uns auf die Reise in die Vergangenheit, an einen Ort, wo sie erwachsen geworden ist: Ein Gefängnis in Berlin.

Als Kübra zum ersten Mal inhaftiert wird, begegnet ihr eine junge Frau aus Äthiopien, Salema, deren Lebensgeschichte im Laufe des Filmes eng mit der von Kübra verknüpft wird. Beide Frauen treffen in ihrer gemeinsamen Haftzeit auf einen ungewöhnlichen Gefängnisleiter, Matthias Blümel. Was Kübra mit dem Gefängnisleiter verbindet, geht über die Gefängnismauern und das gewöhnliche Verhältnis von zwei Menschen hinaus, die eigentlich auf unterschiedlichen Seiten unserer Gesellschaft stehen.

Durch ihre ungewöhnliche Intelligenz, den faszinierenden Humor, den wilden Blick auf's Leben und nicht zuletzt durch ihre Widersprüchlichkeit nehmen uns die beiden gefangenen Frauen mit auf eine berührende und verstörende Reise ins Leben.

Spielfilm84 Minuten2011

Drehbuch & RegieAnil Jacob Kunnel

DarstellerBen Gageik, Zora Klostermann, Adrian Thomser, Julia Globig, Sven Gey, Caroline Süren

SchnittIngo Monitor

KameraMantas Jockus

TonClayton Smith

MusikJosh Childs

AusstattungMareike Bay

ProducerKerstin Krieg

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

Co-ProduktionWDR, DEGETO Film

RedaktionFrank Seyberth (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)

PIXELSCHATTEN

Ein Mixtrape von Anil Jacob Kunnel. Der erste Blogger-Film

Seit der Schulzeit schreibt der 22-Jährige Pixel auf seinem Internetblog „Pixelschatten“ über seine Freunde, die neusten Partys und das Leben im Allgemeinen. Früher war er damit eine Dorfberühmtheit, doch heute interessieren sich nur noch ein paar Groupies für seine Einträge.

Auch seine Freunde sind es leid, dass jeder durch „Pixelschatten“ über sie Bescheid weiß. Pixels bester Kumpel Lutz (21) studiert inzwischen Maschinenbau und sucht eine Freundin. Dunia (22) möchte endlich unabhängig sein, Konzerte organisieren, die Welt rocken. Auch für Suse (22), Pixels Freundin seit der 10. Klasse, spielt sich das Leben nicht mehr im beschaulichen Wartendorf ab.

Und Pixel? Der möchte eigentlich nichts ändern und geht in die Offensive: Seine Blog-Einträge werden beleidigender, sein Verhalten rüpelhaft. Als Pixel begreift, dass Suse sich von ihm entfernt und auch sein Blog fast gänzlich an Relevanz verloren hat, kommt es zur Kurzschlussreaktion.

PIXELSCHATTEN transportiert den Zuschauer durch eine bunte Mischung aus subjektiven Kameraeinstellungen, Chatgesprächen und Online-Videos direkt in den Kopf eines passionierten Bloggers und wird dabei zum fröhlich-melancholischen Porträt der „Generation Internet“.

Dokumentarfilm90 Minuten2011

Drehbuch & RegieChristoph Rüter

SchnittRune Schweitzer

KameraPatrick Popow

Herstellungs­leitungCornelia Kellers

ProduktionGerd Haag

Co-ProduktionChristoph Rüter

RedaktionJürgen Heimbach (3sat)

FörderungBKM, Medienboard Berlin-Brandenburg, Film­stiftung NRW

BRASCH – Das Wünschen und das Fürchten

Ein essayistischer Dokumentarfilm von Christoph Rüter über den Dichter, Schriftsteller und Filmemacher Thomas Brasch

Am 3. November 2001 verstarb mit 56 Jahren der Dichter Thomas Brasch. Wie kaum ein anderer Schriftsteller seiner Zeit balancierte er auf einem dünnen Seil zwischen der DDR und der BRD, zwischen Geschichte und Gegenwart. Er störte und verstörte alles und jeden; niemand und nichts war vor ihm sicher, sein Lebensgefühl die Auflehnung. Zuerst widersetzte er sich der staatstragenden Vätergeneration in der DDR und dann, im anderen Teil Deutschlands, jeder Form von Autorität. »Künstler oder Krimineller«, das war seine Devise. Sein Zentrum war seine Arbeit; als er nicht mehr arbeiten wollte/konnte, ging er. Nicht ganz freiwillig.

Zu denen, die Thomas Brasch vermissen, gehört der Dokumentarfilmer Christoph Rüter, aufgewachsen im Westen und langjähriger Freund bis zu seinem Tod. Ihm fehlt Thomas als der Dichter des Widerspruchs, als Erbe und Opfer des dialektischen Prinzips und als Freund.

Dieser Film wird Fragen stellen, Antworten vermeiden und die Arbeit eines Dichters zeigen, der in Bildern und Sprachbildern gedacht, gefühlt, geglüht hat wie kaum ein zweiter. Seine Existenz war singulär.

Hinterlassen hat Brasch 27 DV-Kassetten, viele davon selbst bespielt mit Aufnahmen von sich, seinem Umfeld, Dingen, die ihn beschäftigten. Einige davon von Christoph Rüter aufgenommen, von Brasch, in unterschiedlichsten Momenten seines Lebens, auf eigenen Wunsch des Dichters völlig ungeschminkt.

Dieser Film ist ein persönlicher, ehrlicher und künstlerischer Nachruf von Christoph Rüter auf seinen Freund Thomas Brasch. Durch den glücklichen Umstand des von Brasch gedrehten Filmmaterials kann Rüter seine Gefühle in Bildern formulieren und mit Texten von Brasch anreichern. Eine geradezu einmalige Chance, einen Menschen mit seinen eigenen Sichten und Einsichten zum Leben zu erwecken, kuratiert von einem engen Vertrauten.